Der Jazzkeller im Funkfieber
Die junge Zuger Band Rundfunk überzeugte zum Jahresauftakt im Jazzclub Rorschach mit einem energiegeladenen Auftritt. Ein besonderes Highlight war der Einsatz eines Didgeridoos.

Exotische Geräusche schallen durch den Jazzkeller im Seerestaurant und lassen den Raum vibrieren. Eine Mischung zwischen Rauschen, Brummen und Singen scheint aus dem langen Holzrohr auf der Bühne zu ertönen. Untermalt wird der ungewohnte Klang von einem funkigen Beat und neckischen Bläsereinsätzen.

Musikalisch hochstehend:
Die Kombination von Didgeridoo, dem Instrument der australischen Ureinwohner, mit Funk ist ein Markenzeichen von Rundfunk. Die sieben jungen Männer aus Zug faszinierten damit das Rorschacher Publikum vom ersten Moment an. Der Funke sprang sofort über, und schon zum Anfang des Konzerts brachte Sänger Ramon Heim, der erst vor kurzem zur Band gestossen ist, die Leute zum Mitklatschen.

Zu Recht, denn er und seine Kollegen Urban Bircher (Trompete, Didgeridoo), Cyrill Lim (Posaune), Marc Deuber (Gitarre), Marco Elsener (Bass), Manuel Zeberli (Keyboards) und Adrian Ohnsorg (Schlagzeug) lieferten einen musikalisch hochstehenden Auftritt in wechselnder Besetzung ab. Trotz ihrer Jugend beeindruckten alle Instrumentalisten wiederholt mit abwechslungsreichen Soli.

Gute Laune verbreitet:
Die Lieder, die Rundfunk präsentierten, passten zu ihrem sympathischen und energiegeladenen Auftreten. Sie sprühten vor Lebendigkeit und handelten von den kleinen Problemen, denen man im Leben so begegnet. Einmal sang Ramon Heim augenzwinkernd über die Liebe, ein anderes Mal wünschte er sich nichts als ein bisschen Sonnenschein – womit er den Rorschachern angesichts der momentanen Wettersituation aus dem Herzen sprach. Auch wenn die Band keinen Einfluss aufs Wetter hatte, verbreitete sie zumindest gute Laune im Raum – und hatte dabei selbst mindestens so viel Spass wie das Publikum.

Weniger Gäste als auch schon:
Dieses liess sich von der fröhlichen Stimmung anstecken, und so hielt es die meisten Zuschauer nicht lange auf ihren Sitzen. Zum Tanzen hatte es für einmal überraschend viel Platz, denn der Publikumsaufmarsch war relativ gering. Woran es gelegen hat, ist Ana Argudo vom Jazzclub schleierhaft. «Vielleicht am Januarloch, aber an der Band sicher nicht.»

Diejenigen, die an diesem Abend nicht gekommen waren, kümmerten die Anwesenden aber wenig. Sie waren von Rundfunk schlicht begeistert und forderten eine Zugabe nach der anderen.

Corina Tobler

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